Patienteninformationen


Verhalten nach operativen Eingriffen und Zahnextraktionen

Nach Zahnextraktionen und operativen Eingriffen im Kieferbereich ergeben sich für den Patienten oft unvermeidliche Folgen, wie z. B. Schwellungen im Gesichtsbereich, akute Schmerzen, Entzündungen oder Schluckbeschwerden.


Um diese unangenehmen Begleiterscheinungen zu lindern und eine schnelle Wundheilung zu erzielen, halten Sie sich bitte an die Anweisungen Ihres Zahnarztes beziehungsweise Kieferchirurgen.

Folgende Verhaltensregeln sollten Sie beachten:

  • Eine örtliche Betäubung kann zu einer Verminderung des Reaktionsvermögens führen, auch noch mehrere Stunden nach dem Eingriff. Fahren Sie deshalb nach der Operation nicht mit dem Auto! Auch die zusätzliche Einnahme von Medikamenten (z.B. Schmerzmittel oder Antibiotika) kann diesen Effekt begünstigen.
  • Entfernen Sie die Tamponadetupfer, die Ihnen Ihr Arzt zur Blutungsstillung in den Mund gelegt hat, nach 30–45 Minuten. Falls eine Nachblutung im Bereich der Wunde auftreten sollte, beißen Sie bitte für etwa 30 Minuten auf ein sauberes, frisch gebügeltes und zusammengerolltes Stofftaschentuch (kein Papiertaschentuch!). Bei stärkeren, länger als eine Stunde andauernden Blutungen setzen Sie sich mit dem behandelnden Arzt bzw. dem zahnärztlichen Notdienst in Verbindung.
  • Sie sollten nach dem Eingriff nicht liegen, sondern am besten sitzen, um ein Nachbluten zu vermeiden.
  • Bitte beachten Sie in den ersten Tagen nach der Operation, dass Hitzeeinwirkung durch Sonne oder Sauna die Durchblutung anregt und ebenfalls zu Nachblutungen führen kann.
  • Um eine Schwellung zu reduzieren, empfiehlt es sich, so oft wie möglich von außen auf die betroffene Wange feuchte, kalte Umschläge aufzulegen. Kühlkissen, sogenannte cold packs, werden vor Anwendung etwa 10 Minuten ins Gefrierfach gelegt und in ein Handtuch gewickelt auf die Schwellung gelegt (direkten Hautkontakt sollten Sie vermeiden!).
  • Essen Sie bitte erst, sobald die Wirkung der örtlichen Betäubung nachgelassen hat, und beschränken Sie sich dabei auf weiche, leicht zu kauende Kost (z. B. Kartoffelbrei). Auf Fruchtsäfte, Milchprodukte und zuckerhaltige Speisen sollten Sie in den nächsten Tagen verzichten. Auch Genussmittel wie Zigaretten, Alkohol und coffeinhaltige Getränke (Kaffee, Tee, Cola), übermäßige körperliche Anstrengung, Stress oder zu kräftiges Mundspülen können den Wundheilungsprozess negativ beeinflussen.
  • Falls Ihnen zur Nachbehandlung Medikamente verordnet wurden (z. B. Schmerzmittel und/oder Antibiotika, entzündungshemmende Mundspüllösung), halten Sie sich bitte an die Anweisungen des Arztes bzw. an die Dosierungsanleitung in der Packungsbeilage. So sollten Sie z. B. Tabletten mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) aufgrund der blutverdünnenden Wirkung nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt einnehmen.
  • Putzen Sie auch nach der Operation regelmäßig Ihre Zähne (3 x täglich), lassen Sie dabei aber den Bereich der Wunde bis zur Heilung aus und vermeiden Sie zu heftiges Bürsten und zu starken Druck. Vorsichtiges Ausspülen des Mundraums ist erlaubt.

Wenn Sie diese Verhaltensmaßnahmen berücksichtigen, können Sie die unangenehmen Nachwirkungen der Zahnoperation einschränken und eine optimale Wundheilung erreichen.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Zahnarzt oder Kieferchirurgen.